12. September 2023 Herzlichen Glückwunsch!

LdE-Schulpreis 2023: Die Preisträgerschulen stehen fest

Die diesjährigen Preisträgerschulen des Schulpreises Lernen durch Engagement sind in München, Flensburg, dem bayrischen Burglengenfeld, Bamberg und Geretsried sowie Zielitz in Sachsen-Anhalt: Wir gratulieren herzlich!

Die diesjährige Jury des Schulpreises Lernen durch Engagement würdigt erstmals insgesamt sechs Schulen, da sich die Preisträger*innen ihre Ehrungen teilen: Die Schulpreise Lernen durch Engagement 2023 gehen an die Kurt-Tucholsky-Gemeinschaftsschule in Flensburg (Schleswig-Holstein), das Johann-Michael-Fischer-Gymnasium in Burglengenfeld (Bayern), das Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg (Bayern) sowie das Gymnasium Geretsried (Bayern). Unseren diesjährigen Sonderpreis für Lernen durch Engagement an Grundschulen teilen sich das Sonderpädagogische Förderzentrum Mitte 2 München (Bayern) und die Grundschule Zielitz im Landkreis Börde (Sachsen-Anhalt).

Wir danken allen Schulen für ihre Bewerbungen! 

Außerdem danken wir unserer diesjährigen ehrenamtlichen Jury: Michael Kubli vom Zentrum Service-Learning Schweiz, Judith Schneider als gegenwärtige Lehramtsstudentin mit LdE-Erfahrung sowie Silke van Kempen von der Stiftung LdE. Lesen Sie hier mehr über das Engagement der prämierten Lehrer*innen und Schüler*innen:


Kurt-Tucholsky-Gemeinschaftsschule | Flensburg in Schleswig-Holstein

"Kulturen"
Lisanne Jensen und Schüler*innen der 8d

Die Schüler*innen beschäftigen sich zur Beruflichen Orientierung in Kunst, Politik und Wirtschaft mit dem Kulturbegriff, Provenienzforschung sowie der Geschichte des Kolonialismus und Rassismus. Auf Exkursionen in mehrere Museen setzen sie sich mit dem Maler Emil Nolde auseinander und reflektieren die NSDAP-Mitgliedschaft des antisemitischen Künstlers sowie dessen Darstellungen von Papua-Neuguinea kritisch. Vor Ort erfahren sie mehr über das Kuratieren von Ausstellungen und werden immer wieder selbst künstlerisch sowie kunstvermittelnd aktiv, in dem sie kulturell sensible Gemälde und Masken fertigen. Im Gespräch mit einer Gruppe von Frauen der Flüchtlingshilfe e. V., die eine Ausstellung zu kulinarischen Kulturen und Identitäten machten, setzen sie sich mit aktuellen kultursensiblen Darstellungen auseinander. Die Einnahmen ihrer eigenen Ausstellung spenden die Schüler*innen an die Flüchtlingshilfe.

LdE-Schulbegleitung: Mareike Bruhn, LdE-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein

 

Johann-Michael-Fischer-Gymnasium | Burglengenfeld in Bayern

"MINTo the wild – Outdoor Escape-Wanderung"
Petra Lehner, Andreas Grabmaier und Schüler*innen der 11. Stufe

Die Schüler*innen eines Praxis-Seminars entwickeln ein kostenloses Outdoor-Escape-Game, damit für alle Menschen spannendes Entdecken der Oberpfalz möglich wird: unabhängig von Deutschkenntnissen, Bildungshintergrund und finanziellen Möglichkeiten. Der Clou: ein ausleihbarer Rucksack voller Rätsel, der Jung und Alt auf Reisen schickt. Dafür erarbeiten sich die Schüler*innen Lehrplaninhalte für Grundschulen, Realschulen und Mittelschulen, sie erlernen Verschlüsselungstechniken sowie das Erstellen von Codes und Rätseln üben darin, spannende Geschichten in mehreren Sprachen für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen zu verfassen sowie optisch aufzubereiten. Was die Jugendlichen damit möglich machen: ein fächerübergreifendes Gemeinschaftserlebnis in der Natur und die Stärkung einer Region.

LdE-Schulbegleitung: Maria Dirnberger, Freiwilligenagentur Schwandorf

 

Franz-Ludwig-Gymnasium | Bamberg in Bayern

"Engagement durch Sport"
Katrin Hellmich und Schüler*innen der 11. Stufe

Wie kann das gesellschaftliche Bewusstsein für Inklusion durch Sport wachsen? Schüler*innen eines Praxisseminars setzen sich mit der Geschichte inklusiven Sports auseinander und engagieren sich mit und bei lokalen sowie internationalen Sportveranstaltungen, um mehr Bewusstsein für die sportliche Teilhabe beeinträchtigter Menschen zu schaffen. Anlass dazu geben die Special Olympic World Games 2023: Die Schüler*innen heißen eine Delegation von Special Olympics-Athlet*innen in Bamberg willkommen und unterstützen die Spiele in Berlin als Freiwillige. Sportliche Teilhabe ermöglichen die Jugendlichen etwa mit einem Sportmittag für Mitschüler*innen aus der Ukraine und einem Rollstuhlsport-Angebot für die 6. Klassen. Was die Schüler*innen dadurch merklich entwickeln: Verantwortungsbereitschaft, Selbstbewusstsein, Einfühlungsvermögen, Kooperationsfähigkeit und gegenseitiger Respekt!

 

Sonderpädagogisches Förderzentrum Mitte 2 | München in Bayern

"Wir wollen unseren Eltern helfen!"
Verena Böhl und Schüler*innen der 2. und 3. Stufe

Schon Erst- und Zweitklässler*innen müssen häufig für ihre Eltern Schreiben wie Elternbriefe übersetzen: Dabei kommt es zu Missverständnissen. Um ihre Eltern zu stärken, wollen die Schüler*innen ein Bild-Wörterbuch mit häufigen schulischen Begriffen herstellen. Über die Zielgruppe, Art des Projekts und Inhalte des Wörterbuchs entscheiden sie demokratisch. Sie beschreiben, fotografieren und zeichnen Schulmaterialien, gängige Arbeitsaufträge und Situationen (wie „Bei Krankheit die Busfahrerin anrufen!“). Zusammen mit einer dritten Klasse finden die Schüler*innen per Umfrage häufig gesprochene Sprachen der Schulgemeinschaft heraus. Durch Briefe an Übersetzer*innen und den Besuch eines Instituts für Erwachsenenbildung finden sie Unterstützung dabei, ihre Arbeiten in mehrere Sprachen zu übertragen. Die Kinder produzieren ein Bild-Wörterbuch mit Illustrationen und Fädelschnürung, das beim ersten Elternabend an alle Familien ausgeteilt wird.

LdE-Schulbegleitung: Regine Leonhardt, Stiftung Gute Tat München

 

Grundschule Zielitz | Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt

"Gegen Abfallberge und Waldbrände"
Kathleen Thielbeer und Schüler*innen der 4. Stufe

Die Schüler*innen setzen sich mit Engagement im Allgemeinen und für die Umwelt im Konkreten auseinander und beschließen, sich über Müllvermeidung und Bewusstsein für Brandgefahren für den Schutz der Meere und des angrenzenden Waldes einzusetzen. Früh steht fest, dass sie viele Menschen erreichen und mit Videobotschaften arbeiten möchten. Die Kinder führen Gespräche mit dem Bürgermeister und der Feuerwehr, um reale Bedarfe zu recherchieren und Unterstützung zu erhalten: Die kreativen Hinweisschilder der Grundschüler*innen lässt die Gemeinde professionell produzieren und vielerorts aufstellen, die aufklärenden Videos – zusammen mit Medienberater*innen gestaltet – veröffentlicht der Bürgermeister auf der Website der Gemeinde. So kommt ein LdE-Projekt der Fächer Deutsch, Ethik, Kunst und Sachkunde in die Lokalseiten der Tageszeitung.

LdE-Schulbegleitung: Juliane Kolbe, Marie Prikhodko & Julia Braune, Netzwerkstelle LdE Sachsen-Anhalt
 

Gymnasium Geretsried | Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in Bayern

"Gemeinsam gegen Mobbing"
Steffi Lang, Jule Steinhaus und Schüler*innen der 7. Stufe

Im ökumenischen Religionsunterricht entscheiden sich die Schüler*innen für eine Auseinandersetzung mit Mobbing: Sie lernen, Streit von Mobbing zu unterscheiden sowie mögliche Beweggründe zu verstehen und reflektieren eigene Mobbingerfahrungen, eventuelle Folgen für Betroffene sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten. Mit diesen Fachinhalten und Kompetenzen engagieren sich sich in der benachbarten Grundschule, indem sie für die dritten und vierten Stufen Aufklärungsarbeit mit einem altersgerechten Anti-Mobbing-Training leisten und Spiele entwickeln, um den Zusammenhalt der Lerngruppen zu stärken. Während die Lehrerinnen zu Beginn stärker anleiten, agieren die Schüler*innen zum Schluss weitestgehend selbstständig.

LdE-Schulbegleitung: Regine Leonhardt, Stiftung Gute Tat München

 

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