Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg

Friday For Facts

Ein Projekt im Mathematikunterricht wird fächerübergreifendes Lernen durch Engagement für den Umweltschutz: Mit eigens erstellten Filmen und Präsentationen bereiten Schüler*innen der sechsten Jahrgangsstufe ihr neu erworbenes Wissen über den Klimawandel auf und geben es multimedial an Kinder und Jugendliche anderer Schulen weiter.

Plastikmüll in Meeren berechnen: LdE im Mathematikunterricht

Der Weg der 6c hin zu Expert*innen des Umweltschutzes beginnt im Mathematikunterricht: Mit Prozentrechnungen zu Mikroplastik als Gefahr für die Weltmeere nähern sich die Schüler*innen dem Thema an. Ihr Interesse ist geweckt und schnell ist die Lehrerin für Biologie dafür gewonnen, mit den Schüler*innen mehr über die Ursachen und Folgen des Klimawandels zu sprechen und Möglichkeiten klimafreundlichen Handelns zu erkunden – und schließlich wird auch der Informatikunterricht zum Teil des Projektes: Die Schüler*innen recherchieren im Netz, schreiben Drehbücher, filmen und bearbeiten die Videos mit Schnittprogrammen – völlig eigenständig. Mit Erklärvideos und PowerPoint-Präsentationen zu Klima und Umwelt können sie ihr Wissen nun auch teilen.

Expert*innen für Umweltschutz: Die Schüler*innen geben ihr Wissen weiter

Und das Interesse an den Schüler*innen als Expert*innen ist groß. Durch Befragungen in ihrem Umfeld findet die 6c heraus, dass auch die Kinder und Jugendlichen umliegender Schulen unzufrieden sind mit ihrem Wissensstand zum Klimawandel. Es gibt einen realen Bedarf für das Engagement der 6c: Sie packen ihre Filme und Präsentationen ein – und unterrichten Bamberg in Sachen Umweltschutz.

Fridays for Facts, wie die Schüler*innen ihr Lernen durch Engagement nennen, zeigt, wie motiviert sich junge Menschen selbst komplexer und herausfordernder Themen annehmen, wenn sie eigenständig handeln und Verantwortung übernehmen können – und gleichzeitig zusammen Großes bewegen.

„Aus dem Kollegium kamen mehrmals Fragen, was ich mit der 6c gemacht hätte“, so  Mathematiklehrer Stephan Bickel. Ständig wollten die Schüler*innen plötzlich von den Kolleg*innen wissen, ob sie eigentlich mit dem Fahrrad, Auto oder Bus zu Schule kämen. Am Elternsprechtag höre er dann, dass einige Schüler*innen nun darauf bestehen, beim Einkauf dabei zu sein: „Um zu kontrollieren, ob die Eltern auch wirklich regionale Bioprodukte kaufen und Müll vermeiden“, berichtet der LdE-Lehrer.

„Ich konnte sehen, wozu Schüler*innen fähig sind"

„Ganz am Anfang war ich auch immer skeptisch gegenüber Projektarbeit: Funktioniert das überhaupt? Komme ich mit meinem Stoff durch?", sagt Stephan Bickel. Sobald er Lernen durch Engagement aber einmal probiert habe, habe er seine Schüler*innen von einer anderen Seite kennengelernt. „Ich konnte sehen, wozu sie fähig sind. Partizipation von Schüler*innen, Eigenständigkeit zulassen: Das ist etwas, wovor viele Lehrer*innen Angst haben, weil sie die Kontrolle verlieren – denken sie zumindest. In Wahrheit ist es das, wo ich als Lehrer am meisten mitnehme und die Kinder sich auf besondere Weise entfalten."

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