Fortbildungen für die Kaffeepause

#netzrevolte Coffee Break

Mehr Demokratie im Netz mit Lernen durch Engagement! Das ist das Ziel von #netzrevolte. Aber vor welchen Herausforderungen stehen wir als Gesellschaft und insbesondere junge Menschen im digitalen Raum? In den #netzrevolte Coffee Break Fortbildungen möchten wir genau dieser Frage nachgehen. Wir erhalten Input von einer Organisation zu einer dieser Herausforderungen und erfahren, wie die Organisation sich für mehr Demokratie im Netz einsetzt.

Warum sollte mich Cybermobbing interessieren?

In der ersten Episode unterhalten wir uns mit Lennart Sörnsen von JUUUPORT: Als ehramtliche Scouts der Organisation unterstützen junge Menschen gleichaltrige Betroffene von Cybermobbing. Lennart gibt uns einen Einblick in die Arbeit von JUUUPORT und die besonderen Herausforderungen, die Cybermobbing mit sich bringt.

Sie möchten wissen, welches Thema an welcher Stelle des Videos besprochen wird? Klappen Sie hier eine Übersicht der Fragen und Zeitmarken aus:

00:00 Yasmin heißt Euch willkommen

00:56 Lennart Sörnsen stellt sich vor

01:27 Das ist Cyber-Mobbing & so groß ist das Problem

02:56 Wie Mobbing und Cyber-Mobbing zusammenhängen

04:00 Nie & nirgendwo geschützt: Das ist anders an Cyber-Mobbing

05:41 Anonyme Hilfe von Gleichaltrigen: Das macht JUUUPORT

06:49 So können Betroffene Kontakt aufnehmen

08:16 Pädagog*innen, Psycholog*innen, Scouts: Wie die Beratung abläuft

10:03 Kontaktaufnahme über Messenger-Dienste

11:42 Die ehrenamtlichen Scouts von JUUUPORT

14:06 Die Themen, zu denen die Scouts beraten und unterstützen

15:28 Beispiele aus der JUUUPORT-Praxis

18:58 Die Vorteile der Online-Beratung bei Cyber-Mobbing

22:15 Aufklären & sensibilisieren: Online-Seminare für Schulen

24:25 Mehr Informationen & Materialien von JUUUPORT

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Warum sollte mich Cybermobbing interessieren?

Unter Cybermobbing versteht man das Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen und Belästigen über einen längeren Zeitraum hinweg. Es unterscheidet sich von Mobbing allgemein dadurch, dass hierfür das Internet, meist über das Smartphone, genutzt wird. Die JIM Studie (2019) hat gezeigt, dass 31% der jungen Menschen zwischen 12 und 19 schon Cybermobbing im Bekanntenkreis mitbekommen haben. 21% der Jugendlichen geben in der Studie an, dass über sie schon falsche oder beleidigende Inhalte per Handy oder im Internet verbreitet wurden.

Auch wenn das Phänomen online stattfindet, beschränkt es sich nicht nur auf den digitalen Kontext: Das Handy auszuschalten ist also keine Lösung gegen Cybermobbing. Schätzungen nach sind 84% der Täter*innen bzw. 78% der Oper auch in der realen Welt in diesen Rollen. Das macht es besonders dramatisch, dass Opfer auch zuhause keinen Schutzraum vor Attacken haben, sondern rund um die Uhr den Angriffen ausgesetzt. Auch wenn die Cyberbullies häufig dem Opfer bekannt sind, so gibt das Internet doch ein Gefühl von Anonymität und die Reaktion des Opfers wird nicht direkt wahrgenommen. Das senkt dadurch die Hemmschwelle. Zudem können Inhalte extrem schnell und weit verbreitet werden. Ein beleidigendes Bild kann schnell über Gruppenchats an die Klasse oder den ganzen Jahrgang gehen, was das Gefühl von Hilflosigkeit der Opfer oft noch verstärkt.

JUUUPORT hat die Erfahrung gemacht, dass sich Jugendliche mit diesem Thema oft sehr alleine fühlen und sich eher nicht an Erwachsene wenden wollen, von denen sie davon ausgehen, dass sie die Dynamiken auf Instagram und Co. nicht nachvollziehen und verstehen.

Was macht JUUUPORT?

JUUUPORT.de ist eine bundesweite Online-Beratungsplattform für junge Menschen, die Probleme im Netz haben. Ehrenamtlich aktive Jugendliche aus ganz Deutschland, die JUUUPORT-Scouts, helfen Gleichaltrigen bei Online-Problemen wie Cybermobbing, Stress in sozialen Medien, Online-Abzocke und Datenklau. Die Idee ist, dass Jugendliche sich bei Gleichaltrigen anonym und niedrigschwellig eine erste Hilfe holen können. Betroffene können einen Anfrage über ein Formular der Webseite stellen und erhalten in der Regel innerhalb von 48 Stunden eine Antwort auf ihre Anfrage.

Wie funktioniert das? Um die jugendlichen Scouts vor emotional überfordernden Anfragen zu schützen, sichten in einem ersten Schritt erwachsene Pädagog*innen und Psycholg*innen die Anfrage und schalten sie anschließend für die Bearbeitung durch die Scouts frei. Die Anfrage kann dann von jedem Scout übernommen werden. Zu jedem Zeitpunkt haben die Scouts die Möglichkeit Betreuer*innen oder andere Scouts zu Rate zu ziehen.

Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit, Hilfe über Whatsapp und Telegramm anzufragen. Der Chat ist täglich von 18:00 -20:00 erreichbar. Dies trifft auf großen Zuspruch der jungen Menschen. Der Vorteil von JUUUPORT ist, dass es den Ratsuchenden oft leichter fällt, Dinge zu schreiben als zu sagen. Die Anonymität macht es leichter, sich zu öffnen. Die Scouts beraten ohne erhobenen Zeigefinger, auf Augenhöhe und solidarisch.

Weitere Informationen zu JUUUPORT gibt's hier.

Wer sind die ehrenamtlichen Scouts?

Die Scouts sind zwischen 14 und 19 Jahren alt und engagieren sich ehrenamtlich bei JUUUPORT. Für die Beratung ist viel Einfühlungsvermögen gefragt. Hier ist der Vorteil, dass viele der Scouts Probleme von Cybermobbing bereits aus dem eigenen Freundes- oder Bekanntenkreis kennen. Um in der Beratung aktiv zu werden, durchlaufen sie eine dreitägige Schulung in den Bereichen Recht, Internet und Psychologie. Cybermobbing ist das wichtigste Thema von JUUUPORT, die Scouts beraten aber auch zu Themen wie Datensicherheit, Sexting, Cybergrooming, Recht am eigenen Bild, Gaming und Mediennutzung in der Familie. Zurzeit finden die Schulungen Corona-bedingt Online statt.

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