Resilienzförderung mit LdE

Warum schulische Förderung von Resilienz wichtiger wird

Welche gesellschaftlichen Entwicklungen zeigen auf, dass Resilienzförderung aller Kinder und Jugendlicher dringend als schulisches Bildungsziel zu verstehen ist? Werfen Sie einen Blick auf aktuelle Studien und mehr.

Psychische Auffälligkeiten in der Dauerkrise: Folgen der Pandemie

Konzentrations- und Motivationsprobleme, körperliche Unruhe und Niedergeschlagenheit: Lehrer*innen beobachten während der Corona-Pandemie einen deutlichen Anstieg von Verhaltensauffälligkeiten unter Kindern und Jugendlichen. Dieses erhöhte Erleben von Belastungen stellen quantitative Studien nicht nur im Verlauf der Pandemie fest: Das hohe Niveau stabilisiert sich letztlich auch, sodass Schüler*innen nach der Pandemie unter mehr psychischen Auffälligkeiten leiden als zuvor. Hinzu kommt das Erleben einer Dauerkrise, in der sich junge Menschen 2022 insbesondere Sorgen wegen des Kriegs in Europa, des Klimawandels, der Inflation und der Spaltung der Gesellschaft machten. So nehmen Lehrer*innen laut Eigenaussage vor allem an der ersten Modellphase unseres Programms Resilienzförderung mit LdE teil, um die Selbstwirksamkeit ihrer Schüler*innen zu stärken und erhöhtem Frust- und Aggressionspotenzial entgegenzuwirken.

Zahlen, Fakten & Quellen

Deutsches Schulbarometer (2022)

„Wohlbefinden der Schüler:innen sollte Priorität haben zwei Drittel der Lehrkräfte sind der Meinung, dass nun die Förderung des psychischen Wohlbefindens der Schüler:innen wichtiger sein sollte als das Erfüllen der Lehrpläne.“

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COPSY-Längsschnittstudie (2020-2022)

"Das Belastungserleben hatte im Pandemieverlauf zunächst zugenommen und sich nun in der dritten Befragung auf hohem Niveau stabilisiert."

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Thematisierung der Studie: Reiß et al. (2023) "Perspektive Prävention: Psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern in Deutschland"

Trendstudie Jugend in Deutschland (Sommer 2022)

"Junge Menschen fühlen sich wie in einem Dauerkrisenmodus, der weiter anhält und psychische Narben hinterlässt."

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Chancen: Resilienz und mentale Gesundheit als soziale Frage

Mehrere Studien weisen empirisch nach, dass die psychischen Belastungen infolge der Pandemie für junge Menschen in sozio-ökonomisch benachteiligenden Lebenslagen besonders groß waren und sind. Dementsprechend betont eine interministerielle Arbeitsgruppe zu gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche in ihrem Abschlussbericht den Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit, Bildungs- sowie Teilhabechancen und dass insbesondere Unterstützung bei benachteiligenden sozialer Herkunft nötig ist, um Langzeitfolgen abzuwenden. Regelsysteme wie Schule spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie alle Kinder und Jugendliche mit zugeschnittenen Maßnahmen erreichen können.

Zahlen, Fakten & Quellen

Longitudinal effects of the COVID-19 pandemic on child and adolescent mental health (2023)

"Among many other factors we have identified female gender, adolescent age, socio-economic disadvantage, parental psychopathology, dysfunctional family environment, social isolation and loneliness, loss of routines and structure, and the experience of distressing emotions due to health-related worries and uncertainty of the pandemic situation as increasing the chances of suffering negative mental health consequences."

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COPSY-Längsschnittstudie (2020-2022)

"Zwar haben sich das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen leicht verbessert, jedoch leiden noch immer mehr unter psychischen Auffälligkeiten als vor der Pandemie. Erneut sind vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien besonders betroffen."

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Interministerielle Arbeitsgruppe (2023)

„Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona“: "Es geht darum zu verhindern, dass Langzeitfolgen für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen entstehen und Bildungs- und Teilhabechancen auf längere Sicht oder gar dauerhaft beeinträchtigt werden. Insbesondere Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien benötigen dabei Unterstützung."

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Selbstbild, Prüfungspraxis & Co.: Gestaltung wirksamer Lernkultur

Wichtige Grundlage für wirkungsvolles Lernen ist das positive Selbstkonzept junger Menschen: So ist kein Zufall, dass Faktoren, die zur Resilienz einer Person beitragen, ebenfalls zentrale Indikatoren für schulische Lernerfolge sind. Wirkungsvolles Lernen wird beeinträchtigt, wenn schulische Benotungs- und Prüfungspraxis jedoch psychisch belastet, was laut jeder zweiten Schulleitung 2023 der Fall ist. Die Alternative: eine prozessorientierte und persönlichkeitsbildende Prüfungskultur, die individuell stärkende Selbstwirksamkeit im Lernprozess aller Kinder und Jugendlichen ermöglicht. Ganz konkret kann Schule zudem auf mentale Gesundheit als Voraussetzung für Lernerfolg einwirken, indem sie als Raum ohne Stigma gegenüber psychischen Belastungen auftritt.

Zahlen, Fakten & Quellen

Deutsches Schulbarometer (2023)

"Aktuelle Herausforderungen aus Sicht von Schulleitungen": Insgesamt 48 Prozent der befragten Schulleitungen stimmen der Aussage voll und ganz (20 Prozent) beziehungsweise eher (28 Prozenz) zu, dass die derzeitige Benotungs- und Prüfungspraxis an Schule eine psychische Belastung für junge Menschen darstellt.

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Interministerielle Arbeitsgruppe (2023)

„Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona“: „Die IMA empfiehlt, die Gesundheit und Gesundheitskompetenz im Unterricht stärker zu thematisieren. Ziel sollte es sein, alle Schulen zu Orten zu machen, an denen ganz selbstverständlich und jederzeit über Gesundheitsthemen und insbesondere über mentale Gesundheit gesprochen werden kann, und an denen psychische Probleme nicht stigmatisiert werden.“

zum Abschlussbericht

Institut für zeitgemäße Prüfungskultur

"Zeitgemäße Bildung antwortet auf die Herausforderungen der digitalen Gegenwart mit einer Lernkultur, die auf selbstwirksames Lernen sowie persönliche Entwicklung und Gemeinschaftlichkeit abzielt. Bedingung für die Akzeptanz und das Gelingen dieser Lernkultur ist, dass mit ihr eine Öffnung der Prüfungskultur einhergeht."

zur Website

Es geht darum zu verhindern, dass Langzeitfolgen für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen entstehen und Bildungs- und Teilhabechancen auf längere Sicht oder gar dauerhaft beeinträchtigt werden.

„Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona“ Interministerielle Arbeitsgruppe (2023)
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