Berufliche Orientierung mit LdE

Pädagogische Potenziale, pädagogische Anforderungen

Welche Potenziale bietet Lernen durch Engagement für die pädagogische Umsetzung von Beruflicher Orientierung, welche Lernziele können Lehrer*innen mit LdE erreichen, und wie kommen dabei die LdE-Qualitätsstandards zum Tragen? Das erfahren Sie hier.

Pädagogische und didaktische Potenziale von LdE für Berufliche Orientierung

Je nach Voraussetzungen und Interessen der Schüler*innen erfordert wirkungsvolle Berufliche Orientierung eine Lerngestaltung, die junge Menschen höchst individuell unterstützt – und dabei Wissen mit Handeln zu Kompetenz vereint: eine pädagogische Herausforderung, für die Lernen durch Engagement einen konkreten Rahmen bietet. Mit LdE gestalten Lehrer*innen ganzheitliche Lernsituationen, in denen Theorie und Praxis sowie außerschulisches Lernen mit curricularen Inhalten und Zielen verknüpft sind. In LdE-Projekten finden Schüler*innen aller Lerntypen ihre eigene Rolle, um individuelle Interessen und Stärken zu entdecken, übergeodnete Kompetenzen zu stärken und Teamwork in und außerhalb der Schule zu erleben – sodass alle jungen Menschen ihre Möglichkeiten erkennen und sich ein aktives Leben zutrauen. Konkret fördert Lernen durch Engagement:

Kommunikation, Artikulation & Präsentation

  • sich verbal und nonverbal verständlich auszudrücken und Botschaften anderer angemessen zu interpretieren und darauf zu reagieren
  • einfache Texte fehlerfrei zu schreiben und zu formulieren, sowie gutes Text- und Leseverständnis
  • sich in deutscher Sprache verständlich und adressatengerecht auszudrücken und mündliche Aussagen zu verstehen
  • komplexe Sachverhalte didaktisch vereinfacht an andere weiterzugeben, ggf. unter Einsatz von kontextgerechten Hilfsmitteln, die die Präsentation stützen

Zuverlässigkeit & Verantwortungsbewusstsein

  • verbindliche Vereinbarungen ernst zu nehmen und – soweit es die äußeren Umstände erlauben – einzuhalten
  • für das eigene Handeln Verantwortung zu übernehmen
  • für die eigenen Taten einzustehen und die Konsequenzen dafür zu tragen
  • ein Pflichtgefühl gegenüber sich selbst, anderen Menschen, der Umwelt und verschiedenen Prozessen und Abläufen zu entwickeln und sich der eigenen Rechte und Pflichten in der Gesellschaft bewusst zu sein

Durchhaltevermögen & Frustrationstoleranz

  • auch gegen innere und äußere Widerstände und bei Misserfolgen ein Ziel oder eine Aufgabe in einem überschaubaren Zeitraum zu verfolgen
  • mit auftretenden Widerständen umzugehen, eigene Gefühle zu beleuchten und sich nicht dauerhaft von der Zielerreichung abbringen zu lassen

Eigeninitiative & Selbstständigkeit

  • freiwillig und aus eigenem Antrieb heraus zu handeln und selbstständig Entscheidungen zu treffen
  • eigene Zielsetzungen zu formulieren und diese eigenverantwortlich zu verfolgen; im Mittelpunkt steht dabei der Wunsch nach Veränderung der aktuellen Situation

Kritikfähigkeit & Teamfähigkeit

  • fehlerhaftes Handeln wahrzunehmen, mit eigenen Fehlern und den Fehlern anderer konstruktiv und fair umgehen zu können
  • Kritik des Gegenübers an eigenen Handlungen anzunehmen und mit der eigenen Wahrnehmung in Beziehung setzen zu können
  • mit den Mitgliedern in einer Gruppe ziel- und aufgabenorientiert zu kooperieren

Selbstreflexion

  • eigene Bedürfnisse und berufsbedeutsame Fähigkeiten zu kennen
  • diese Erkenntnisse mit den wesentlichen Aspekten und Anforderungen von Berufen in Beziehung zu setzen
  • Sinn und Zusammenhang von schulischem Lernen, beruflicher Erfahrung und eigenem Leben erkennen

Für wirkungsvolle berufliche Orientierung: LdE-Qualitätsstandards

Lernen durch Engagement nutzt das stärkende Potenzial von Engagementerfahrungen für innovative schulische Bildung. Zur wirkungsvollen Lernerfahrung wird das schulische Engagement von Kindern und Jugendlichen durch die sechs LdE-Qualitätsstandards. Welche Rolle spielen Reflexion, Partizipation, Anerkennung & Co. für wirkungsvolle Berufliche Orientierung mit Lernen durch Engagement? Unsere Grafik gibt einen Überblick:

 

Hintergrund: Anforderungen aus Politik und Forschung an berufliche Orientierung

Berufliche Orientierung begleitet junge Menschen bei einer tiefgreifenden persönlichen Entwicklung: Schließlich geht es bei dieser schulischen Querschnittsaufgabe um nichts geringeres als die Vorbereitung von Kindern und Jugendlichen auf das aktive Leben in unserer demokratischen Gesellschaft – in allen Facetten: von kultureller über politischer und beruflicher hin zu wirtschaftlicher Teilhabe. Um die Motivation für eine selbstbestimmte und zuversichtliche Lebensplanung zu fördern, kommt es bei Beruflicher Orientierung etwa darauf an, dass junge Menschen individuell relevante Unterstützung erhalten, eigene Entscheidungen in einer interessengeleiteten Lernsituation treffen können, reale berufliche Kontexte praktisch erleben und Stärke aus diesen unterschiedlich ausfallenden Erfahrungen ziehen, indem sie diese auf den schulischen Kontext sowie die eigene Person beziehen.

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