Netzwerkstelle Lernen durch Engagement, Freudenberg Stiftung, Freudenbergstraße 2, 69469 Weinheim, info@lernen-durch-engagement.de

LdE-Newsletter Juni 2010

Liebe Netzwerkschulen, Kompetenzzentren, Partner und LdE-Interessierte,

kurz vor den wohlverdienten und hoffentlich sonnigen Sommerferien melden wir uns noch einmal mit einem aktuellen Newsletter, der Sie mit Neuigkeiten und Wissenswertem rund um Service-Learning – Lernen durch Engagement versorgen wird.  

Im Mittelpunkt steht diesmal die Jahrestagung des Netzwerks Lernen durch Engagement, die vom 5. bis 7. Mai 2010 in Bensberg bei Köln stattgefunden hat! Vielen Dank an alle, die mit uns diese spannenden drei Tage gemeinsam gestaltet und erlebt haben – durch Eure aktive und engagierte Mitarbeit war die Jahrestagung wieder für alle ein voller Erfolg! Wer nicht in Bensberg dabei sein konnte, hat Gelegenheit, sich in diesem Newsletter über die Ergebnisse und Ereignisse der Netzwerk-Jahrestagung 2010 zu informieren! Es wird einen Rückblick geben – und Sie erfahren, wo sie sich die Bildergalerie sowie alle Materialien der Tagung anschauen und herunterladen können. In der Rubrik Für Sie gelesen vertiefen wir außerdem das Jahrestagungsthema "LdE als Innovation für meinen Unterricht und die ganze Schule".

Darüber hinaus haben wir in den Wochen vor und nach der Jahrestagung wie gewohnt für Sie rund ums Thema Lernen durch Engagement recherchiert, gelesen und Wichtiges gesammelt, um Ihnen in diesem Newsletter wieder Neues aus dem Netzwerk zu berichten und Sie mit vielen spannenden und interessanten Einblicken in die Arbeit der Schulen und Kompetenzzentren zu erfreuen.

Haben auch Sie Neuigkeiten oder Ideen, die für den LdE-Newsletter interessant sein könnten? Dann schreiben Sie uns doch einfach an info@lernen-durch-engagement.de.

Viel Spaß beim Lesen und eine schöne Sommerpause wünscht Ihnen

Ihr Lernen durch Engagement-Team der Freudenberg Stiftung

Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie sich über die Webseite angemeldet haben, Schule im Netzwerk sind oder weil wir denken, dass Sie Interesse an den Informationen haben könnten. Der Newsletter erscheint alle zwei Monate. Falls Sie ihn nicht weiter erhalten möchten, können Sie sich HIER abmelden. Falls der Newsletter in ihrem Mailprogramm nicht richtig angezeigt wird, klicken Sie bitte HIER. 

Neues aus dem Netzwerk

Jahrestagung des Netzwerks Lernen durch Engagement in Bensberg. Vom 5. bis 7. Mai 2010 hat unsere Jahrestagung im Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg bei Köln stattgefunden. Wir freuen uns sehr, dass erstmals über 100 Teilnehmende zu Gast waren. Viele LehrerInnen aus den Netzwerkschulen sowie VertreterInnen der LdE-Kompetenzzentren, Universitäten und Partnerorganisationen kamen auf Einladung der Freudenberg Stiftung und des Diözesan-Caritasverbandes Köln zusammen, um den Austausch zu suchen, Einblicke in die Arbeit der anderen Netzwerkmitwirkenden zu gewinnen, sich zu speziellen Themen rund um LdE fortzubilden und gemeinsam an der Qualität der LdE-Projekte an den Schulen zu arbeiten. [Lesen Sie hier mehr zur Jahrestagung.]
Die Vorträge, die Ergebnisse aus den Workshops, die LdE-Praxisbeispiele aus den Schulen, die Bildergalerie und viele andere Materialien rund um die Jahrestagung können Sie unter folgendem Link  anschauen und herunterladen: http://www.servicelearning.de/index.php?id=9

    

Netzwerk LdE gibt ab sofort eigene Publikationen heraus. Das Netzwerk Lernen durch Engagement gibt seit Mai 2010 eigene Publikationsmappen heraus. In unterschiedlichen Kategorien (z. B. „LdE-Praxisbeispiele“, „Wissen“, „Materialien für LdE-SchulbegleiterInnen“) erscheinen dort u. a. Beispiele aus Schulen, Dokumentationen und Grundlagen sowie Neues aus Forschung und Theorie zu LdE. Alle Netzwerkmitwirkenden, ob Schulen, Kompetenzzentren, SchulbegleiterInnen oder andere Partnerorganisationen, können Autoren der neuen Publikationsform sein – die Geschäftsstelle des Netzwerks sorgt für die redaktionelle Arbeit und die Herausgabe. Eine Liste mit einer Übersicht zu den bisherigen Publikationen und Bestellinformationen können Sie unter folgendem Link herunterladen: http://www.servicelearning.de/fileadmin/user_upload/dokumente/Publikationen_des_Netzwerks_LdE.pdf

                                          

Neue Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle des Netzwerks. Nach langer gemeinsamer Zeit im Lernen durch Engagement-Team der Freudenberg Stiftung verabschieden wir in diesen Tagen Anna Baltes als Netzwerkassistentin! Wir wünschen Anna für ihren Studienabschluss und ihre berufliche Zukunft alles Gute und danken ihr sehr für ihren großartigen Einsatz und das viele Herzblut, das sie bei der Arbeit für das Netzwerk Lernen durch Engagement stets gezeigt hat. Als Nachfolgerin begrüßen wir unsere neue Netzwerkassistentin Franziska Nagy in unserem Team. Franziska konnten einige von Ihnen bereits bei der Jahrestagung kennenlernen. Sie wird alle Aufgaben von Anna übernehmen und ist ab sofort Ihre Ansprechpartnerin bei Fragen rund um LdE, unseren Newsletter, die Schuldatenbank und das Netzwerk im Allgemeinen – Sie erreichen Franziska unter der bekannten E-Mail-Adresse: info@lernen-durch-engagement.de. Herzlich Willkommen, liebe Franziska!

                          

Zwei neue Netzwerkschulen. Das Netzwerk wächst! Wir freuen uns sehr, zwei neue Schulen im Netzwerk Lernen durch Engagement begrüßen zu dürfen. Ein herzliches Willkommen geht an das Maria-Ward-Gmynasium in Augsburg und die Technische Oberschule in Stuttgart. Wir freuen uns auf einen guten Austausch im Netzwerk! Am Maria-Ward-Gymnasium engagieren sich die SchülerInnen einer Ganztagsklasse in einem Pflegeheim für alte Menschen (regelmäßige Besuche, Organisation von Konzerten und Theateraufführungen) und lernen im Unterricht mehr über Altern in unserer Gesellschaft – das Engagement der SchülerInnen wird zudem in den Fächern Deutsch, Musik und Religion vor- und nachbereitet. An der Technischen Oberschule in Stuttgart engagieren sich die SchülerInnen in Teams zu unterschiedlichen, selbst gewählten Themen und nutzen hierfür das in ihren gewerblich-technischen Berufsausbildungen erworbene Wissen. Ein Projektteam setzte zum Beispiel sein Wissen um Technik und effiziente Arbeitsprozesse ein, um die Arbeitsplätze in einer Behindertenwerkstätte zu optimieren. Bei der Recherche der Schüler stellte sich heraus, dass in der Werkstätte, in der Industrieprodukte hergestellt und verpackt werden, einige Geräte für die behinderten Menschen nicht flexibel genug einstellbar sind. Durch das soziale Engagement der Oberschüler arbeiten die Behinderten jetzt an besser auf Ihre Bedürfnisse ausgerichteten Arbeitsplätzen. Neue, behindertengerechte Vorrichtungen und Werkzeuge, die die Schüler entwickelt und selbst gebaut haben, erleichtern die Arbeit. Mehr über diese spannenden LdE-Aktivitäten an den neuen Schulen erfahren Sie in einem der nächsten LdE-Newsletter.

                                           

Netzwerkschule aus Mannheim nimmt an Wettbewerb um den Stuttgarter Friedenspreis 2010 teil. Eine unserer Netzwerkschulen - die Neckarschule aus Mannheim - bewirbt sich für den Stuttgarter Friedenspreis 2010. Der Preis wird an Initiativen oder Personen vergeben, die sich für die Zivilgesellschaft stark machen und zu Demokratie anstiften – er ist mit 5000 Euro dotiert. Die Grundschule aus Mannheim wurde nominiert für ihr besonderes Engagement im Bereich „Beispielhaftes Lernen“. Als Schule in einem sozialen Brennpunkt einer Großstadt setzt die Neckarschule mit vielen unterschiedlichen Projekten positive Zeichen gegen die drohende Perspektivlosigkeit ihrer SchülerInnen. Eine wichtige Strategie hierfür ist Lernen durch Engagement, das bereits seit sechs Jahren fest an der Schule etabliert ist, zum Beispiel in Form des Projekts „Pausenkiste“. Wir berichteten darüber im Newsletter vom April 2009. Mit Hilfe von LdE und vielen anderen demokratiepädagogischen Projekten an der Schule lernen die Kindern Verantwortung, Selbstsicherheit und demokratisches Handeln. Wichtige Kompetenzen, die - ganz im Sinne des Friedenspreises – letztlich den Weg in eine friedliche und gerechte Welt mit einer starken und aktiven Zivilgesellschaft bereiten. Wir drücken der Neckarschule die Daumen für den Friedenspreis! Mehr über den Wettbewerbsverlauf erfahren Sie unter: http://www.die-anstifter.de/?cat=353.

                                         

Porträt des Programms Lernen durch Engagement in der aktuellen Kurzstudie „Engagementförderung von Stiftungen in Deutschland“. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen und die Körber-Stiftung haben untersucht, wie und in welchem Umfang deutsche Stiftungen bürgerschaftliches Engagement fördern. In der jetzt veröffentlichten Kurzstudie wurden unter anderem zwölf Stiftungen und deren Engagement-Förderprogramme als Fallbeispiele im Porträt vorgestellt. Die Freudenberg Stiftung ist dabei mit dem Programm und der Förderung des Netzwerks Lernen durch Engagement vertreten – Anne Seifert von der Geschäftsstelle des Netzwerks hat hierfür ein Interview gegeben. Hier der Link zur Studie: http://stiftungen.leonhardt.de/fileadmin/bvds/de/Termine_und_Vernetzung/Foren/Forum_Engagementfoerderung/BvDS_Stiftungsstudie_online.pdf

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Neues aus...Sachsen Anhalt

Vernetzung der Kompetenzzentren. Die beiden LdE-Kompetenzzentren (KPZ) aus Sachsen-Anhalt und Cottbus machen vor, wie der Netzwerk-Gedanke lebendig wird: Vor einigen Wochen sind die KollegInnen aus dem KPZ in Sachsen-Anhalt (Freiwilligenagentur Halle in Kooperation mit dem LISA Halle) zusammen mit Vertretern einer LdE-Netzwerkschule aus Sachsen-Anhalt zu einem Besuch des KPZ in Cottbus (Freiwilligenagentur Cottbus) aufgebrochen. Im Vordergrund stand dabei ein gemeinsames Treffen in einer Cottbusser Netzwerkschule, der Pestalozzi-Förderschule im Stadtteil Schmellwitz, die LdE unter dem Motto „Lebensnah lernen“ durchführt. Der Austausch von Ideen und Anregungen wurde von allen Beteiligten als äußerst nachhaltig und fruchtbar empfunden. Zitat des Tages war die Meinung eines Förderschülers, der über seine LdE-Erfahrungen berichtete: „Ich werde endlich auch mal für meine Arbeit gelobt!“ 

     

Anerkennung und Zustimmung für LdE beim Dialogforum „Bürgerschaftliches Engagement“ in Sachsen-Anhalt. Am 28. April 2010 hatte das Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt zum Dialogforum „Bildung und Engagement – Engagementförderung in Kindertagesstätten und Schulen“ nach Magdeburg eingeladen. Logisch, dass auch Lernen durch Engagement dort eine Rolle spielte – große Anerkennung für die Idee der Verknüpfung von Bildung und Engagement kam sogar vom Ministerpräsidenten persönlich: Bürgerschaftliches Engagement ist nichts Abstraktes. Zu einem Wert an sich wird es erst durch die praktische Erfahrung, durch die Verknüpfung von Unterricht und Praxis und von unterschiedlichen Lern- und Lebenswelten. Ehrenamtliches Engagement in jungen Jahren ist lebensprägend“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Böhmer bei seiner Begrüßung. Im Verlauf der Veranstaltung wurden viele gelingende Praxisprojekte vorgestellt, unter anderem auch Service-Learning – Lernen durch Engagement. Rüdiger Engels aus unserem Kompetenzzentrum in Sachsen-Anhalt präsentierte in seiner Arbeitsgruppe das LdE-Projekt „Zukunfts(augen)blicke“ der Berufsbildenden Schule V aus Halle und informierte über die Strukturen von Service-Learning in Sachsen-Anhalt.

       

Aktueller Newsletter des Landesnetzwerks. Was sich in Sachsen-Anhalt zurzeit noch alles in Sachen Lernen durch Engagement tut, können Sie im aktuellen Newsletter des LdE-Landesnetzwerks nachlesen – er berichtet über die zahlreichen LdE-Fortbildungen des Kompetenzzentrums und viele weitere interessante Neuigkeiten rund um LdE. Sie finden den druckfrischen Juni-Newsletter unter diesem Link: http://www.projektems.de/index.php/dokumentenbereich/category/1-projekt-ems?download=41%3Anewsletter-sl-juni-2010. Lesenswert!

   

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Neues aus...Hamburg

Dokumentation der LdE-Fachtagung in Hamburg jetzt Online. Im März fand die Fachtagung „['You:sful] – engagiert lernen in Hamburg“ statt. Die BürgerStiftung Hamburg (LdE-Kompetenzzentrum für die Hansestadt) lud LdE-Akteure, LdE-Neulinge und Interessierte ins Lehrerbildungsinstitut (LI) ein zu Fortbildung und Austausch unter dem Motto „Wie Service-Learning gelingt“. Im Herzen der Veranstaltung: Eine große Poster- und Stellwandpräsentation von LehrerInnen und SchülerInnen der Hamburger Netzwerkschulen, die ihre bisherigen LdE-Projekte vorstellten. Nun ist die ausführliche Online-Dokumentation mit Berichten, Fotos und den Dokumenten und Präsentationen der Tagung fertig gestellt! Reinschauen sehr empfohlen! Hier der Link: http://www.buergerstiftung-hamburg.de/projektfoerderung/projekte/yousful/dokumentation_fachtagung_03032010/

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Neues aus...Köln

Neue Webseite, neuer Flyer. Das Kölner LdE-Kompetenzzentrum im Netzwerk, der Verein „In Via“ e.V., hat einen neuen Flyer und eine neue Homepage zu Lernen durch Engagement gestaltet! Ein Blick lohnt sich! Den Flyer können Sie [hier] herunterladen, [hier] gelangen Sie auf die neue LdE-Homepage von In Via Köln!

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Termine

Juni/Juli 2010: Abschlussveranstaltungen an den LdE-Schulen. Das Schuljahr 2009/2010 geht zu Ende und an vielen Schulen unseres Netzwerks finden in diesen Tagen und Wochen die gemeinsamen Abschlussveranstaltungen zu den LdE-Projekten statt: Von der ganz großen Feier mit Eltern und Engagement-Partnern bis zur kleinen, aber nicht minder feierlichen Runde nur mit SchülerInnen und Lehrkräften sind alle Formate vertreten. In Mittelpunkt aller Abschlussfeiern steht selbstverständlich die Anerkennung für das geleistete Engagement der SchülerInnen. Besonders dann, wenn sie Gelegenheit haben, die Ergebnisse ihres LdE-Einsatzes und ihrer Projekte zu präsentieren, erleben die SchülerInnen Stolz, Anerkennung und Wertschätzung. Wir wünschen unseren Netzwerkschulen daher gutes Gelingen, viel Freude und schöne Erlebnisse bei allen anstehenden Veranstaltung zum Abschluss dieses LdE-Schuljahres! Lassen Sie die „Korken knallen“!

31. Juli 2010: Bewerbungsschluss für den Deutschen Engagementpreis. Die Kampagne „Geben gibt“ des Bündnisses für Engagement vergibt auch in diesem Jahr wieder den Deutschen Engagementpreis. Mit dieser Auszeichnung wollen die Initiatoren den vielen engagierten Menschen in Deutschland ein Gesicht geben und zu einer verstärkten Anerkennungskultur für bürgerschaftliches Engagement beitragen. In der Kategorie „Jugendengagement“ werden Jugendliche bis 25 Jahren für besonderes Engagement in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen ausgezeichnet. Schlagen Sie doch LdE-SchülerInnen hierfür vor! Mehr zum Wettbewerb und den Teilnahmebedingungen finden Sie unter http://www.geben-gibt.de/preisengagement.html.

31. Juli 2010: Bewerbungsschluss für den Wettbewerb PlusPunkt Kultur. Dieser bundesweite Wettbewerb zeichnet junges Engagement in der Kultur aus: 30 Projekte werden prämiert und mit je 1000 € belohnt. Bewerben können sich junge Menschen zwischen 14 und 30 Jahren, mit eigenen Projektideen oder fortlaufenden Projekten – einzeln oder in der Gruppe! Sicherlich interessant für alle LdE-Projekte im Bereich „kulturelles Engagement“. Infos und Teilnahmevoraussetzungen finden Sie unter http://plus-punkt-kultur.de/?page_id=42.

16. August 2010: Einsendeschluss für den Schreibwettbewerb „Kinder machen.Geschichten“. Autorinnen und Autoren zwischen 6 und 18 Jahren können sie hier als Schriftsteller testen! Gefragt sind Geschichten von Kindern zum Thema „Helfen“. In drei Alterstufen werden die Geschichten der Kinder prämiert – es können reale Geschichten sein, wie zum Beispiel Erlebnisse aus einem LdE-Projekt, oder auch Fantasiegeschichten. Die ersten drei platzierten Geschichten werden in einem Buch veröffentlicht – der Erlös aus dem Buch kommt Kinderhilfsprojekten zugute. Eine tolle Sache! In wie vielen Lerntagebüchern und Reflexionsbögen der LdE-SchülerInnen schlummern wohl Schätze, die diesen Wettbewerb bereichern könnten? Trauen Sie sich und machen Sie mit Ihren SchülerInnen mit. Mehr unter: http://drk-muenzenberg.de/images/stories/benefizaktion/2010/schreibwettbewerb.pdf

17. bis 26. September 2010: Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Auf Initiative des BBE (Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement) findet in diesem Jahr zum sechsten Mal die Aktionswoche „Engagement macht stark statt!“. Die Aktionswoche soll das bunte und vielfältige Bild von Engagement in Deutschland zeigen und der Wertschätzung für alle Engagierten dienen. Daher regt das BBE an, im Zeitraum der Aktionswoche eigene Veranstaltungen zum Thema Engagement durchzuführen und bekannt zu machen. Viele Institutionen und Initiativen kommen diesem Ruf nach – bestimmt wird es auch in Ihrer Region interessante Veranstaltung geben – schauen Sie doch in den nächsten Wochen mal in den Kalender der Aktionswoche rein. Bereits jetzt sind von Schwerin bis Stuttgart und von Aachen bis Frankfurt an der Oder Veranstaltungen zum Thema „Engagement“ zu finden: http://www.engagement-macht-stark.de/index.php?option=com_content&task=view&id=302&Itemid=191 (bei Klick auf die Orte in der Karte sehen Sie die Veranstaltungen).

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Aus den Schulen SPEZIAL: Bilder sagen mehr als Worte!

Diesmal werfen wir im wahrsten Sinne des Wortes einen anschaulichen "Blick" in vier unserer LdE-Schulen. Anlässlich der Jahrestagung des Netzwerks haben wir erstmals einen LdE-Fotowettbewerb ausgeschrieben. Damit wollten wir den Schülerinnen und Schülern eine eigene Bühne auf der Jahrestagung schaffen und die Gelegenheit bieten, ihre schönsten LdE-Momente per Foto-Botschaft allen Mitwirkenden des Netzwerks zu präsentieren. Die Wahl unserer TagungsteilnehmerInnen fiel auf die folgenden, sehr gelungenen Schnappschüsse - die LdE-Aktivitäten der Schule unseres Gewinnerfotos wollen wir dabei etwas näher vorstellen:

  • 1. Platz: "Wir verstehen uns prima", Sekundarschule Jessen Nord, Sachsen-Anhalt
    (Foto rechts, oben)

Das Bild zeigt eine Momentaufnahme aus dem Engagement eines Schülers im Alten- und Pflegeheim. An der Sekundarschule Jessen-Nord engagieren sich SchülerInnen der Klassenstufen 7 und 8 in selbst gewählten sozialen Einrichtungen und verknüpfen dies mit Unterrichtsinhalten in den Fächern Ethik ("Miteinander leben", "Das Leben gestalten") und Deutsch (Kommunikationsfähigkeiten trainieren, Gesprächsführung). Um ihre Einsatzstellen zu finden, haben die SchülerInnen zu Beginn des Schuljahres eine Umfeldanalyse durchgeführt: "Wo gibt es Bedarfe für Engagement?". Nach der Recherche erfolgte eine ausführliche Planung möglicher Tätigkeiten in den Einsatzstellen. Waren die Aufgaben gefunden, begann das Engagement der SchülerInnen, das im 14-Tage-Rhythmus über das gesamte Schuljahr hinweg stattfand. In diesem Jahr war LdE an der Sekundarschule Jessen-Nord strukturell als Arbeitgsgemeinschaft "Soziales Lernen" in das Schulcurriculum eingebunden - in den AG Stunden fanden Recherche, Projektplanung, Umsetzung, Reflexion und Anerkennung statt. Zurzeit laufen die Planungen auf Hochtouren, daraus einen Wahlpflichtkurs "Lebenswelten" entstehen zu lassen. Die LehrerInnen haben hierfür in diesem Jahr eigens einen Lehrplan erarbeitet. Wir wünschen der Sekundarschule in Jessen viel Erfolg auf Ihrem tollen Entwicklungsweg - hin zu einer festen, strukturellen und inhaltlichen Verankerung von LdE im Schulcurriculum!

  • 2. Platz: "Durch Service-Learning kommt man höher", Helen-Keller-Schule, Berlin
    (Foto rechts, Mitte)

An der Helen-Keller-Schule (Förderschule) beschäftigen sich die SchülerInnen der 10. Klasse in Arbeitslehre mit Berufsfeldern sozialer Arbeit und engagieren sich einmal pro Woche in verschiedenen sozialen Einrichtungen des Stadtteils, u.a. in einem Kindergarten - dort entstand auch das Foto, das in unserem Wettbewerb den zweiten Platz belegte.

  • 3. Platz: "Mein großer Bruder", Eduard-Spranger-Schule, Reutlingen, Baden-Württemberg
    (ohne Abbildung)

Das Foto der Eduard-Spranger-Schule (Hauptschule) liefert einen Einblick in das LdE-Projekt "Lernmentoren": SchülerInnen (in der Regel selbst mit Migrationshintergrund) setzen sich mit Zuwanderung und Integration auseinander und werden als Mentoren für jüngere Migrantenkinder aus der Grundschule und deren Familien aktiv.

  • 4. Platz: "LdE macht Schule - LdE macht Spaß", Berufsbildende Schulen V Halle, Sachsen-Anhalt
    (Foto rechts, unten)

An der Berufsbildenden Schule in Halle lernen BVJ-SchülerInnen Grundlagen der Körperpflege und Kosmetik kennen, beschäftigen sich fächerübergreifend mit dem Thema "Alter und Altern" und bieten verwöhnende "Wellness"-Behandlungen im Seniorenheim an. Aus diesem LdE-Pilotprojekt sind an der Schule mittlerweile so viele weitere LdE-Projekte in anderen Klassen und Berufsfeldern entstanden, dass für das eingereichte Wettbewerbsfoto die gesamte Schule Flagge (bzw. Luftballons...) für LdE gezeigt hat. Eine tolle Idee!

Wir danken natürlich allen Teilnehmenden am Fotowettbewerb für ihren Beitrag bei der Jahrestagung - dank der vielen, schönen Fotos hatten wir eine wunderbare Ausstellungswand. Bilder sagen eben doch mehr als 1000 Worte...

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Downloadtipps

Infoblatt „Beispiele für Pressemitteilungen“. Zum Ende des Schuljahres finden an vielen Schulen des Netzwerks Abschlussveranstaltungen zu LdE statt. Für die Presse vor Ort ist das oft ein interessantes und berichtenswertes Ereignis. Wer diese Gelegenheit nutzen und sich selbst mit einer Pressemitteilung zu den eigenen LdE-Aktivitäten an die Medien wenden möchte, sollte einen Blick in unser Infoblatt „Beispiele für Pressemitteilungen“ werfen. Dort finden Sie Anregungen aus vier Netzwerkschulen: http://www.servicelearning.de/fileadmin/user_upload/dokumente/Infoblatt_Beispiele_PM.pdf
 

FÜR NETZWERK-MITWIRKENDE mit LOGIN zur Datenbank: Unser Datenbankcafé bei der Jahrestagung wurde rege genutzt – ein Blick in die Datenbank lohnt sich daher zurzeit besonders! Es gibt eine Vielzahl neuer Dokumente zum Download - stöbern Sie doch einfach ein bisschen in den Projekten und Materialien der anderen Netzwerkschulen. Gerade jetzt zum Schuljahresendspurt vielleicht besonders interessant: die Zertifikatsvorlagen! Zum Beispiel von der Berufsbildenden Schule V aus Halle, der Städtischen Hauptschule Meierfeld oder dem Heisenberg Gymnasium Weinheim. Und so gelangen Sie in die Datenbank: Klicken Sie auf http://www.servicelearning.de/?id=18, dann auf „Hauptmenü“. Dort bitte einfach ihren Login und ihr Passwort eingeben. Zu den jeweiligen Schulen gelangen Sie entweder über die Schulliste oder über die Option „Suche“. Falls Sie Ihre Zugangsdaten zur Datenbank vergessen oder gerade nicht zur Hand haben, schreiben Sie unserer Netzwerkassistentin Franziska Nagy einfach eine E-Mail: info@lernen-durch-engagement.de.

[Hier gehts zur Datenbank]

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Zitate des Monats

Für diesen Newsletter kommt das "Zitat des Monats" - wie könnte es anders sein - von der  großen LdE-Netzwerk-Jahrestagung! "Was haben Sie dieses Mal bei der Jahrestagung gelernt?" - haben wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt. Und hier kommen die Antworten aus den Feedbackbögen - da wir uns nicht für eine der vielen interessanten Meinungen entscheiden konnten, haben wir aus dem Zitat des Monats kurzerhand die Zitate des Monats gemacht:   

„LdE braucht Zeit, die man sich nehmen muss!“

„Es lohnt sich, den angefangenen Weg weiterzugehen!“

„Ich habe gelernt, dass LdE wirklich funktionieren kann!“

„Ich habe gelernt, wie viele Gesichter LdE hat!“

„Ich fühle mich bereichert und „angeschoben“, manches muss sich auch „setzen“.

„Ich fühle mich nach der Tagung in jeglicher Hinsicht angenehm gefüllt."

Danke für diese schönen Rückmeldungen!

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LdE in Zahlen

Interessante Zahlen zu LdE kommen diesmal von der BürgerStiftung in Hamburg, dem dortigen LdE-Kompetenzzentrum im Netzwerk. Dr. Heike Schmidt, Projektleiterin und Schulbegleiterin, hat zur Pilotphase des Hamburger LdE-Programms [´You:sful] eine erste wissenschaftliche Bilanz gezogen. Von 90 SchülerInnen, die 2009 ein LdE-Projekt an ihrer Schule abgeschlossen haben, wurden 60 zu Ihren Erfahrungen mit LdE befragt. Darunter waren SchülerInnen aus den Klassen 5 und 10 sowie SchülerInnen eines Leistungskurses der Sekundarstufe II. Einige interessante Ergebnisse wollen wir hier kurz vorstellen.

In Hamburg wird Schülerpartizipation bei LdE groß geschrieben: 93% der Befragten gaben an, dass sie mitentscheiden durften, wie LdE durchgeführt wird, 94% sagten, sie konnten ihre Aufgaben bei LdE im Wesentlichen selbst suchen und beeindruckende 100% der Befragten bestätigten, dass ihre Vorschläge zum LdE-Projekt ernst genommen wurden. Durch die hohe innerer Beteiligung erlebten die SchülerInnen Selbstwirksamkeit: 77% glauben, mit ihrem LdE-Projekt Gutes bewirkt zu haben und sogar 90% sagten, sie wurden in ihrem Projekt mit ihren Fähigkeiten gebraucht.

[mehr Evaluationsergebnisse finden Sie hier]

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Für Sie gelesen

„Veränderung ist eine Reise – und Probleme sind unsere Freunde“
Prof. Anne Sliwka beschreibt in ihrem Beitrag „Bürgerbildung als Innovation“ interessantes Forschungs- und Expertenwissen über Innovationsprozesse, das bei der Umsetzung von LdE sehr hilfreich sein kann. Wir haben dieses Kapitel aus dem Buch „Bürgerbildung – Demokratie beginnt in der Schule“ (Sliwka, 2008) für Sie gelesen.

Lernen durch Engagement als Innovation für meinen Unterricht und die ganze Schule“ – lautete das Thema der LdE-Netzwerktagung 2010. Was können wir von der Forschung zu „Innovationen“ lernen, was uns für die Implementierung von LdE nützt? Was sagt die Forschung, wie „Innovationen“ in der Regel verlaufen? Wann sind „Innovationen“ erfolgreich? Fragen, auf die Professorin Anne Sliwka (PH Heidelberg) uns in ihrem Vortrag auf der Tagung einige wichtige Antworten gegeben hat. Der wissenschaftliche Blick auf schulische Innovationsprozesse liefert interessante Impulse für die praktische Arbeit mit LdE. 

Sliwka (2008) definiert in ihrem Beitrag Innovation als vom Lateinischen „innovatio“ stammend, es bedeutet Erneuerung und ist als ein Vorgang mit prozesshaftem Charakter zu sehen. Dabei werden neue Konzepte und Programme eingeführt und müssen sich in einem bestimmten Kontext bewähren, um zu einer wirklichen Erneuerung in einem sozialen System wie Schule zu führen. LdE ist eine solche Innovation in Schulen. Welche Bedingungen müssen für die dauerhafte Implementierung von LdE als schulische Innovation vorliegen, bzw. welche Herausforderungen gilt es zu überwinden?

[Lesen Sie hier mehr] 

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Fundstück des Monats

Ganz schön viel los in Sachsen-Anhalt! Für unser Fundstück des Monats begeben wir uns in unbekannte kartographische Gefilde! Anhand einer Übersichtskarte aus Sachsen-Anhalt zeigt uns das LdE-Kompetenzzentrum für Sachsen-Anhalt (Freiwilligenagentur Halle in Kooperation mit dem LISA und dem Kultusministerium in Sachsen-Anhalt), wie weit LdE von den kompetenten SchulbegleiterInnen und FortbildnerInnen dort bereits in die Region getragen wurde und was an den Schulen in Hinblick auf LdE los ist. Das Ergebnis ist beeindruckend! Bunt, vielfältig und flächendeckend! Von Schulen, die fest bereits im Landesnetzwerk vertreten sind bis zu Schulen, die zumindest eine Fortbildung zu LdE erfahren haben und in den „Projektstartlöchern sitzen“. Sachsen-Anhalt ist damit das erste Flächenland im Netzwerk, das qualitätsvolles Lernen durch Engagement ins gesamte Bundesland trägt. Herzlichen Glückwunsch zu dieser gelungenen und herausfordernden Mammut-Aufgabe! Werfen Sie [hier] einen Blick auf die Karte und lernen Sie Sachsen-Anhalts vielfältige LdE-Landschaft kennen!

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Ihre Ansprechpartnerinnen

Von links nach rechts:

Anne Seifert, Projektleiterin. Tel: +49 - (0)  6201 – 1 7498

Sandra Zentner, Netzwerkkoordinatorin. Tel: +49 - (0) 30 – 24045 – 5 54, Fax: +49 - (0) 30 – 24045-509

Nicola Hermann, Projektassistentin. Tel: +49 - (0) 6201 – 17498, Fax: +49 – (0) 6201 – 13262

Franziska Nagy, Netzwerkasisstentin & Ansprechpartnerin Newsletter sowie Schul- und Projektdatenbank: info@lernendurchengagement.de

Impressum

Geschäftsstelle des Netzwerks Lernen durch Engagement

Freudenberg Stiftung

Freudenbergstraße 2
69469 Weinheim/Bergstraße
E-Mail:
info@freudenbergstiftung.de 

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Mehr zur Jahrestagung

In diesem Jahr stand die Tagung unter dem Schwerpunkt „LdE als Innovation für meinen Unterricht und die ganze Schule“. In Reflexionsgruppen und im Plenum haben wir intensiv über schulische Innovationsprozesse diskutiert und gearbeitet. Prof. Dr. Anne Sliwka (Pädagogische Hochschule Heidelberg) stellte in ihrem Vortrag „LdE aus der Sicht schulischer Innovationsforschung“ vor und ermöglichte vielen TeilnehmerInnen einen spannenden Rückbezug ihrer täglichen Arbeit in die Schulforschung und in die Chancen und Schwierigkeiten schulischer Innovationen.

Dazu gab es auf der Jahrestagung verschiedene Workshops zu speziellen LdE-Themen – zum Beispiel beschäftigten wir uns mit Möglichkeiten der Verankerung von LdE als Wahlpflichtkurs, mit Methoden anspruchsvoller Reflexion, mit der Förderung von Lernkompetenz bei SchülerInnen, mit LdE als Chance, um Kinder und Jugendliche zu stärken, mit der Veränderung von Einstellungen und dem Abbau von Vorurteilen durch LdE und mit Methoden, um bei LdE stärker „projektorientiert“ zu arbeiten.

Neben aller konzeptioneller Arbeit zu Lernen durch Engagement kam selbstverständlich auch der Einblick in die vielfältige und engagierte Schulpraxis innerhalb des Netzwerks nicht zu kurz. Auf einer bunten Projektmesse zeigten zahlreiche Netzwerkschulen, wie sie Lernen durch Engagement auf ihre ganz individuelle Art umsetzen und brachten viele Fotos und beeindruckende Schülermaterialien mit. Im Plenum berichteten außerdem die Hamburger Primarschule Arnkielstraße (LdE-Projekt „Waldtag“ mit Erstklässlern, vgl. auch „Aus den Schulen“ im Newsletter vom Oktober 2009) und das Kaiser-Heinrich-Gymnasium aus Bamberg („Wie LdE sich an der gesamten Schule verbreiten kann“) ausführlich von ihren Lernen durch Engagement-Projekten. Von der Berufsbildenden Schule V Halle, die im letzten Jahr ihr LdE-Projekt „Wellness für Senioren“ präsentiert hatte, erfuhren wir diesmal, wie der „LdE-Virus“ mittlerweile die gesamte Schule infiziert hat.

Falls Sie jetzt „Lust auf mehr“ bekommen haben: Die Ergebnisse aus den Workshops, die LdE-Praxisbeispiele aus den Schulen, die Bildergalerie und viele andere Materialien rund um die Jahrestagung können Sie unter folgendem Link  anschauen und herunterladen: http://www.servicelearning.de/index.php?id=9

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Mehr zu LdE in Zahlen

Interessante Zahlen zu LdE kommen diesmal von der BürgerStiftung in Hamburg, dem dortigen LdE-Kompetenzzentrum im Netzwerk. Dr. Heike Schmidt, Projektleiterin und Schulbegleiterin, hat zur Pilotphase des Hamburger LdE-Programms [´You:sful] eine erste wissenschaftliche Bilanz gezogen. Von 90 SchülerInnen, die 2009 ein LdE-Projekt an ihrer Schule abgeschlossen haben, wurden 60 zu Ihren Erfahrungen mit LdE befragt. Darunter waren SchülerInnen aus den Klassen 5 und 10 sowie SchülerInnen eines Leistungskurses der Sekundarstufe II. Einige interessante Ergebnisse wollen wir hier kurz vorstellen.

I. Vorerfahrungen mit Engagement

58% der Jugendlichen hatten bereits vor LdE Erfahrungen mit ehrenamtlichen Tätigkeiten gesammelt. Auffällig ist, dass der Anteil bei der Untergruppe der MigrantInnen jedoch nur bei 31% lag. Diese Schülergruppe hat den geringsten Zugang zu Engagement. Ein Fakt, der sich auch bei anderen Untersuchungen häufig zeigt und der darauf verweist, wie wichtig und nützlich es ist, z.B. durch Projekte wie LdE für alle Kinder Zugang zu bürgerschaftlichem Engagement zu ermöglichen. Den größten Einfluss auf die Anregung solchen  Engagements haben erstens „Familie und Freunde“ und gleich drauf folgen die LehrerInnen! Lehrkräfte sind damit die zweitwichtigste „Ehrenamts-Agentur“ für die Jugendlichen der Befragung, so Heike Schmidt.

II. Ergebnisse der Teilnahme an LdE: Aus Beteiligung wird Selbstwirksamkeit wird Engagement

In Hamburg wird Schülerpartizipation bei LdE groß geschrieben: 93% der Befragten gaben an, dass sie mitentscheiden durften, wie LdE durchgeführt wird, 94% sagten, sie konnten ihre Aufgaben bei LdE im Wesentlichen selbst suchen und beeindruckende 100% der Befragten bestätigten, dass ihre Vorschläge zum LdE-Projekt ernst genommen wurden. Durch die hohe innerer Beteiligung erlebten die SchülerInnen Selbstwirksamkeit:

  • 77% glauben, mit ihrem LdE-Projekt Gutes bewirkt zu haben.
  • 90% sagten, sie wurden in ihrem Projekt mit ihren Fähigkeiten gebraucht.

Mit diesen positiven Erfahrungen im Gepäck können sich immerhin 83% der SchülerInnen vorstellen, sich auch nach Projektende weiter zu engagieren. Ein tolles Ergebnis!

III. Was hat den Jugendlichen besonders gut, was nicht so gut gefallen? (offene Fragen)

„Besonders gut hat mir gefallen …“

  • die Selbständigkeit bei LdE  („… dass wir unser Problem im Stadtteil suchen konnten und nicht bereits aufgelistete nehmen mussten“)
  • die neuen Erfahrungen („… dass wir die Kinder in der […]Siedlung besser kennen gelernt haben und ich persönlich meine Vorurteile geändert habe. Ich denke jetzt besser über die Sozialwohnsiedlung.“)
  • die Zusammenarbeit aller Beteiligten („… dass unser Lehrer uns gut unterstützt hat.“)
  • die soziale Verantwortung, die sie bei LdE übernommen haben („Das Funkeln in den Kinderaugen und somit zu wissen, man hat sozial etwas Gutes getan.“)

„Besser hätte ich gefunden wenn …“

  • es mehr Zeit für die Projekte gegeben hätte
  • es mehr Struktur bei LdE gegeben hätte („… unser Lehrer an gewissen Punkten noch mehr Impulse gegeben hätte, denn häufig hatte man Schwierigkeiten, zu entscheiden, in welche Richtung das Projekt weitergehen soll“)
  • es noch mehr Mitbestimmung gegeben hätte („… wir das Thema hätten freier wählen können.“)

Wir danken Heike Schmidt für die Bereitstellung Ihrer Ergebnisse für diesen Newsletter und wünschen den Hamburger Schulen einen guten Jahresabschluss und ebenso erfolgreiche neue Projekte im kommenden Schuljahr!

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Verlauf einer Innovation

LdE ist eine Innovation in Schulen. Welche Bedingungen müssen für die dauerhafte Implementierung von LdE als schulische Innovation vorliegen, bzw. welche Herausforderungen gilt es zu überwinden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Anne Sliwka im sechsten Kapitel ihres Buches „Bürgerbildung – Demokratie beginnt in der Schule“ – und bezieht sich dabei zum einen auf empirische Ergebnisse ihrer eigenen Forschungsstudie zum Thema und zum anderen auf die allgemeine Schul- und Organisationsentwicklungsforschung.

Als eine wichtige Voraussetzung für die gelingende Implementierung einer „Innovation in Schule“ beschreibt Sliwka die Motivation der LehrerInnen. LehrerInnen haben zunächst einmal ein vitales Interesse an der schulischen Bürgerbildung – also an der Umsetzung demokratiepädagogischer Methoden wie z.B. Lernen durch Engagement, so das Ergebnis der Interviews, die Sliwka für ihre Forschungsstudie mit LehrerInnen führte. Die Motivation dafür kann sowohl gesellschaftspolitisch als auch schulbezogen sein. Gesellschaftspolitische Motive sind die Sorge um die Verbreitung antidemokratischer Tendenzen oder die Politikverdrossenheit unter Jugendlichen. Schulische Bürgerbildung soll zudem das selbständige, mündige Handeln der SchülerInnen fördern – dadurch erhoffen sich die LehrerInnen eine verbesserte Schulkultur, durch wechselseitigen Respekt und ein verbessertes Miteinander. 

Dieser positiven Grundmotivation stehen im Innovationsprozess oft Hürden im Weg: Viele engagierte LehrerInnen nennen Widerstände im Kollegium als ein häufiges Hindernis. Laut amerikanischen Forschungsarbeiten, die Anne Sliwka in diesem Zusammenhang zitiert, sind solche Widerstände fester Bestandteil jedes Innovationsprozesses – und daher auch bei der Einführung von Projekten wie Lernen durch Engagement keine Seltenheit. Gründe dafür können unter anderem ein Mangel an Vertrauen sein, der Glaube, dass Veränderungen nicht notwendig sind, die Angst vor Verlust an Macht und Status oder auch die Angst vor persönlichem Versagen, so Sliwka. Um mit solchen Widerständen im Kollegium und auch anderen Hürden im Innovationsprozess von vorneherein konstruktiv umgehen zu können, muss man verstehen, wie Innovationsprozesse von den Beteiligten wahrgenommen werden. Die Grundannahme ist, dass Menschen aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur und aufgrund von Vorerfahrungen unterschiedlich reagieren. Anne Sliwka beschreibt dabei fünf verschiedene Reaktionstypen nach Rogers (1962, zitiert nach Sliwka, 2008, S. 170f.):

  • Innovatoren sind unternehmerisch und risikobereit. Sie stoßen häufig Innovationsprozesse an.
  • „Early adopter“ nehmen Innovationen in einem frühen Stadium an, sind häufig Meinungsführer im Kollegium und können so einen positiven Einfluss auf andere Kollegen ausüben.
  • die Gruppe der frühen Mehrheit gehört nicht zu den Meinungsführern und nimmt eine Innovation erst nach einer Information und intensiven Auseinandersetzung an.
  • die späte Mehrheit wird erst durch gewissen Druck von Kollegen und die erkannte Notwendigkeit der Innovation überzeugt.
  • die Skeptiker oder Widerständler sind bis zuletzt der Innovation gegenüber kritisch eingestellt.

Kennt man diese Persönlichkeitsmerkmale und hat die Interessen aller Betroffenen und Beteiligten gut analysiert, lassen sich Strategien entwickeln, um mit Widerständen umzugehen. Dazu schlägt Anne Sliwka verschiedene Wege vor (vgl. S. 171 ff.), z.B. die Bildung kleiner, gut geführter Steuergruppen, die den Innovationsprozess in der Schule begleiten. Eine Schlüsselfrage ist in jedem Fall der Umgang mit der Gruppe der „Widerständler“. Diese unterscheiden sich nach Sliwka (2008) in „Widerständler in der Sache“ und „grundsätzliche Widerständler“ (S. 173). Wer diesen Unterschied erkennt, hat Vorteile: Während sich von „Widerständlern in der Sache“ viel lernen lässt, indem man sie einbezieht und das konstruktive Gespräch mit ihnen sucht, sollte man sich bei „grundsätzlichen Widerständlern“ nicht zu sehr „die Zähne ausbeißen“ (S. 173), um Kräfte zu schonen.

Als eine weitere Herausforderung im schulischen Innovationsprozess beschreibt Sliwka eine sogenannte Nivellierungskultur in punkto Anerkennung für KollegInnen, die sich in einem Innovationsprozess engagieren. Das deutsche Schulsystem bietet wenig Spielraum für eine Anreizstruktur. Um Innovationsprozesse zu fördern und auch attraktiv zu gestalten, muss anstatt Nivellierung eine Anerkennung für die engagierten KollegInnen stattfinden. Das kann, so Sliwka, in Form von öffentlichen Veranstaltungen, in denen das Engagement der KollegInnen hervorgehoben wird, stattfinden, oder aber auch materiell, z. B. in Form von Sachmitteln oder Fortbildungsmöglichkeiten.

Zudem spielen in Innovationsprozessen die Schulleitungen eine Schlüsselrolle. Die amerikanische Forschung spricht hier von „Gatekeepers of Change“, d.h.: Schulleitungen können Veränderungen wirksam blockieren oder gezielt fördern. Die unterstützende Rolle ist allerdings nicht für alle Schulleitungen selbstverständlich. Mit gezielter Förderung können Schulleitungen aber der Motor für Innovationsprozesse sein: Sie können die Führungsrolle übernehmen und bewusst mit Kommunikation und Kooperation Innovationsprozesse lenken und steuern. Schulleitungen tragen „die zentrale Verantwortung für die Qualität von Schulentwicklungsprozessen“ (Sliwka, 2008, S.184).

Mit einer gezielten Herangehensweise an Innovationsprozesse können also viele Hürden und Hindernisse überwunden werden. Dazu gehören die Kenntnis der oben zitierten Persönlichkeitstypen, ein Verständnis für das System Schule und seine spezifischen Gegebenheiten sowie die Kenntnis um den Entwicklungsprozess einer Innovation. Gemeint ist die sogenannte „Innovationskurve“, die auch Thema auf der Netzwerk-Jahrestagung war. Anne Sliwka beschreibt in ihrem Buch das Modell des amerikanischen Schulentwicklungsforschers Michael Fullan (2001, zitiert nach Sliwka, 2008): Ein Innovationsprozess (z.B.: die Einführung von LdE an einer Schule) durchläuft demnach drei Stadien: Initiierung, Implementation und Institutionalisierung.

  • In der Initiationsphase sind die Veränderungen überschaubar. Die Innovation wird von einzelnen Kollegen erprobt, ohne dass Auswirkungen auf die gesamte Schule vorhanden sind.
  • In der Implementationsphase wird die Innovation bereits breiter verankert. Hier spielt besonders das Engagement der Schulleitung eine wichtige Rolle. In dieser Phase sollten ausreichend Möglichkeiten zur Kommunikation der Beteiligten untereinander und zum Praxisaustausch mit Anderen (z.B. in Schulnetzwerken) vorhanden sein. Oft kommt es in der Implementationsphase zu Schwierigkeiten und Enttäuschungen. Das sogenannte „Implementationsloch“ (nach Fullan, 2001, zitiert nach Sliwka 2008) ist organischer Bestandteil eines jeden Veränderungsprozesses. Mit einer Innovation verlässt ein Lehrer vertrautes Terrain – es entstehen Unsicherheiten und neue Situationen können zu Schwierigkeiten führen. Umso wichtiger ist es, Durchhaltevermögen und Geduld aufzubringen. Der Austausch mit unterstützenden Kollegen kann dabei bereichernd und erleichternd wirken – auch Unterstützung von außen, z. B. durch Beratungs- und Fortbildungsangebote, ist bedeutsam, um das Frustrationsloch zu überwinden. Wer sich auf den Prozess einlässt und auch diese Phase des Innovationsprozesses durchläuft, kann am Ende ein höheres professionelles Niveau erreichen, so das Modell.
  • In der letzten Phase der Institutionalisierung wird die Innovation Teil der Schulkultur. Sie wird von der Mehrheit der Lehrkräfte umgesetzte und positiv bewertet. Als Teil der Schulkultur wird diese neue Praxis auch nach außen, z.B. an die Eltern, kommuniziert.

Als Fazit gibt Anne Sliwka allen, die eine Innovation in Schule wagen, zwei wichtige Anregungen mit – in Anlehnung an Michael Fullans „Change Prinzipien“ (1993, zitiert nach Sliwka, 2008):

  1. „Schulentwicklung ist eine Reise und kein Entwurf oder Plan. Veränderung ist nicht-linear, beinhaltet Unsicherheit und Irritation, Euphorie und manchmal auch Chaos.“ (Fullan, 1993, S. 21, zitiert nach Sliwka, 2008)
  2. Probleme sind unsere Freunde. Probleme sind unvermeidlich, und ohne sie können wir nicht lernen (Fullan, 1993, S. 21, zitiert nach Sliwka, 2008).

Diese Punkte sind wichtig, um den Innovationsprozess durchzuhalten, nicht nach ersten Niederlagen aufzugeben und um die Langfristigkeit von schulischen Innovationen zu verstehen: „Wer in Schulen Innovationen umsetzen möchte, benötigt die Bereitschaft, sich auf einen Weg mit vielen Wagnissen einzulassen … Entlastend wirkt dabei die Fähigkeit, Probleme und Konflikte als natürlichen Bestandteil von Innovationen anzuerkennen“ (so Sliwka, 2008, S. 194).

Literatur:

Anne Sliwka (2008): Bürgerbildung als Innovation. In: Bürgerbildung. Demokratie beginnt in der Schule. Beltz Verlag: Weinheim und Basel. Seite 164-195.

Ergänzend dazu finden Sie die Power Point Präsentation zum Vortrag „Probleme sind unsere Freunde“ von Anne Sliwka unter: http://www.servicelearning.de/fileadmin/user_upload/dokumente/Jahrestagung_2010/Schulinnovation_LdE_Bensberg_Mai_2010.pdf

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